Anlässlich des 90. Jubiläums von Karstadt am Hermannplatz eröffnet am 27. September 2019 im 4. OG des Karstadt-Gebäudes eine Ausstellung, die ihre Besucher auf eine Reise durch die bewegten Zeiten des Warenhauses mitnimmt.

Mit Karstadt am Hermannplatz eröffnete im Jahr 1929 das seinerzeit »modernste Warenhaus Europas«. Damals war es mehr als ein reines Warenhaus – ein Ort des Zusammenkommens, des Flanierens und Genießens. Denn neben den Waren für den täglichen Gebrauch bot das Haus auch allerlei Servicedienstleistungen wie Reisebüros, Kinderfriseure oder eine Schwimmhalle. Der über 4.000 Quadratmeter große, öffentliche Dachgarten lockte zum entspannten Speisen, aber auch zu Tanz und Vergnügen und bot die wohl spektakulärste Aussicht über Berlin. So wurde der Bau eine Attraktion und eine über die Grenzen Berlins hinaus bekannte Sehenswürdigkeit. Die Bezirke Kreuzberg und Neukölln erlangten eine völlig neue Attraktivität, Berlin wurde zu einer modernen Weltstadt.

Die vorsätzliche Sprengung des Hauses durch die Nazis kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs bedeutete eine Zäsur. Zunächst wurde aus einem Provisorium im Trümmerschutt heraus weiterverkauft, fünf Jahre später wurde mit einem Neubau begonnen, der 1951 fertig gestellt wurde. Es folgten verschiedene Um- und Ausbaumaßnahmen bis zum heutigen Status Quo, der mit der vorerst letzten Bauphase im Jahr 2000 erreicht wurde. Als einziger Gebäudeteil, der von der Sprengung 1945 weitgehend verschont blieb und teilweise rekonstruiert wurde, überdauert ein Fassadenfragment an der Hasenheide die bewegte Geschichte. Es zeugt noch heute von der historischen Stätte und einer Zeit, in der ein Besuch im Warenhaus weit mehr war als reines »Shopping«.

KARSTADT AM HERMANNPLATZ 4.OG

Montag – Samstag 08:00 – 20:00 Uhr

Eintritt frei